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Schwertträger - Zuchtform Koi - Xiphophorus helleri

Kohaku:
Die Färbung des Kohaku Koi Schwertträgers entsteht durch die Grundfarbe weiß oder Grau bei normaler Augenfarbe oder durch die Grundfarbe Albino bei roten Augen. Darauf trägt er die Deckfarbe rot, die durch den sogenannten Scheckenfaktor nur in Flecken die Grundfarbe überdeckt. Dieser Scheckenfaktor ist normalerweise nicht im Genom des Schwertträgers vorhanden, sondern stammt vom Spiegelplaty (Xiphophorus maculatus). Die phänotypische Ausprägung nennen die Japaner "Kohaku" in Anlehnung an die Koizuchtformen.


Kohaku Weibchen Grundfarbe Grau

Kohaku Weibchen Grundfarbe Weiss (Züchter: P. Raschke)

Showa:
Koi-Schwertträger mit schwarzen und roten Flecken auf der Grundfarbe weiß oder Grau werden als "Showa" -Schwertträger bezeichnet. Dabei unterscheidet es eine schwarz gefleckte Variante des oben genannten "Kohakus" und eine Variante heller Tiere mit schwarzen Flecken, die im Alter eine rote Flanke ausbilden. Als Albino ist diese Variante nicht möglich.


Showa Grundfarbe Grau mit roter Flanke

Showa Grundfarbe Weiß mit Rotscheckung

Utsuri:
Koi-Schwertträger mit schwarzen Flecken auf der Grundfarbe weiß oder Grau werden als "Utsuri" -Schwertträger bezeichnet. Als Albino ist diese Variante nicht möglich. Die unregelmäßigen schwarzen Flecken sollten vermieden werden, da sie bei manchen Tieren zu Krebs führen können.


Utsuri Männchen Grundfarbe Grau

Utsuri Weibchen Grundfarbe Grau

Platinum:
Als Platinum werden Koi-Schwertträger bezeichnet, die außer der Grundfarbe Grau oder Weiß keine weiteren Farben zeigen. Bei dieser Form sieht man oft das Gehirn des Tieres rot durchscheinen.


Platinum Männchen Grundfarbe Weiss

(Fast-) Platinum Männchen Grundfarbe Grau

Tanchu:
Die begehrtesten Schwerttäger aus dieser Gruppe werden "Tancho Kohaku"- Schwertträger genannt. Sie tragen nur einen roten Fleck auf dem Kopf auf heller Grundfarbe, und das soll die japanische Nationalflagge symbolisieren.



Haltung und Pflege:
Da die lebhaften Schwertträger mit ca. 10- 12cm ziemlich groß werden, sollte man bei Gruppenhaltung dementsprechend große Becken zur Verfügung stellen. Becken unter 1m Kantenlänge sind ungeeignet. Bei den Schwertträgern bildet sich eine soziale Rangfolge aus, die in zu kleinen Becken dazu führt, das die schwächsten Männchen permanent unterdrückt werden. Männchen innerartlich sehr aggressiv. Werden nur zwei oder drei Männchen zusammen gehalten, wird nur eines übrig bleiben. In grösseren Gruppen bildet sich ein Alpha- Männchen heraus, das auch die Schwertentwicklung der anderen Schwertträgermännchen unterdrücken kann. Nimmt man dieses Männchen heraus, bildet sich schnell ein Männchen mit ebenfalls schönem Schwert als neues Alpha- Männchen heraus. Um die Aggressionen zu verteilen, wird eine Gruppenhaltung ab 6 Tieren angeraten.
Die Temperatur sollte zwischen 22 und 26 °C betragen. Bei uns werden sie bei 22-23°C gehalten. Der Schwertträger ist eher ein Fisch für mittelhartes bis hartes Wasser (GH 12 - 30) bei neutralem pH-Wert.

Vergesellschaftung:
Trotz der innerartlichen Aggressivität sind Schwertträger gegenüber anderen Fischen sehr friedlich und mit nahezu allen anderen Fischarten, die ihnen nicht zusetzen, zu vergesellschaften.

Zucht:
Das Fortpflanzungsverhalten von Schwertträgern ist geringfügig anders als bei anderen lebendgebährenden Zahnkarpfen. Die Männchen bewerben die Weibchen sehr lebhaft und dauerhaft. Während der Balz vollführen die Männchen einen eigentümlichen Wiegetanz. Das Weibchen wirft normalerwiese um 40-60 Jungfische, weit über 100 sind bei großen Weibchen aber keine Seltenheit. Die Besonderheit bei den Schwertträgern ist, dass zunächst alle Jungfische weiblich bzw. vorweiblich sind und sich erst bei Beginn der Geschlechtsreife in geschlechtsreife Weibchen oder die sogenannten Frühmännchen entwickeln. Im Gegensatzu zu vielen anderen Arten besitzt diese Art keine Geschlechtschromosomen ( Gonosomen ). Die geschlechtsbestimmenden Gene sind gleichmäßig auf die übrigen Chromosomen ( Autosomen ) verteilt. Alle jungen, noch nicht geschlechtsreifen Schwertträger sind zunächst weiblich, erst aus diesen vorweiblichen Stadium entwickeln sie sich zu den entsprechenden Geschlechtern. Eine noch ungeklärte Frage ist die gelegentlich auftretende Geschlechtsumkehr. In einigen Zuchtformstämmen können aus Weibchen, die bereits geworfen haben, funktionstüchtige Männchen werden.

Geschlechtsunterschiede:
Männchen mit Gonopodium und farbigen Verlängerung der unteren Schwanzflossenstrahlen (Schwert). Weibchen deutlich rundlicher.

Früh-und Spätmännchen
Bei dieser Art treten häufig Frühmännchen auf. Diese sind schlanker, entwickelt ihr Gonopodium recht schnell und werden auch nicht so gross wie Spätmännchen, die lange wie Weibchen aussehen und erst spät ihr Gonopodium und Schwert ausbilden. Im Handel finden sich meist Frühmännchen (da sie schneller vermarktbar sind), in der Natur meist Spätmännchen, die auch kräftiger und grösser sind. Spätmännchen sind Männchen, die das Gonopodium erst sehr spät sichtbar ausbilden. Diese Männchen sind fast genauso gross wie die Weibchen und viel hochrückiger als Frühmännchen. Es ist eine Strategie der Natur - Frühmännchen sollen die Weibchen möglichst früh befruchten, falls aufgrund von widrigen Umständen der Wurf nicht weiter heranwächst und eingeht. Die Frühmännchen haben nur eine geringe Lebenserwartung.

Fütterung:
Der Schwertträger ernährt sich omnivor, das heißt, dass sie sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Eine ausgewogene und abwechslungsreich Ernährung mit verschiedenen besonders auch pflanzlichen Futtersorten und regelmäßigen Lebendfuttergaben erhält die Vitalität dieser Fische und lässt ihr beeindruckendes und komplexes Sozialverhalten zu Tage treten. Meist sind die Tiere sehr kannibal gegenüber Jungfischen. Gefüttert wird abwechslungsreich mit Spirulina oder Guppyflocken, frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder Dekap, im Sommer oft Tümpelfutter wie schwarze und rote Mückenlarven, Wasserflöhe, Cyclops etc. Die Jungfische ernähren sich darüberhinaus von Kleinstlebewesen im Javamoos.


Quellenangabe:
  • Stallknecht, H. (2000) Lebendgebärende Zahnkarpfen
  • http://www.biology.ucsc.edu/classes/bio175/abreviated%20notes/notes/lecture16ab.htm




  • Copyright (c) 2008 Christiane Müsch