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Endlers Poecilia            Franklin F. Bond, 1937
Fundort:
ursprünglich Laguna de los Patos, Cumana, Nordost-Venezuela

Natürliches Habitat:
Laguna de los Patos war einmal eine Lagune, die sich dann jedoch zum Meer hin schloss.
Aus dem brackigen Wasser wurde durch Süsswasserzufluss allmählich ein See. Laguna de
los Patos ist die einzige Stelle an der diese Art nachgewiesen werden konnte.
In ihrem natürlichen Habitat waren sie vergesellschaftet mit Wildguppys. Dr. Endler fand
diese Fische in 27-30C warmen, hartem Wasser, das von einer einzelligen Alge erbsen-
grün war. Die Laguna besteht aus mehreren durch Schlamm abgetrennten Bereichen, die
in der Regenzeit wieder miteinander verbunden sind. Die Tiefe variiert zwischen ein
paar Zentimetern und 3-4 Metern. Schwarze Mangroven bewachsen weite Uferbereiche.
Der Grund ist schlammig von verrottenden Blättern.
In der Laguna kommen desweiteren vor: Limia spec. und Poecilia sphenops.

Geschichte:
Dieses kleine schwimmende Juwel ist ein naher Verwandter des Guppys. Eigentlich wurden
sie 1937 zuerst von Franklyn F. Bond gefunden, gerieten aber wieder in Vergessenheit.
Prof. John A. Endler entdeckte sie im Jahre 1975 erneut in der Laguna und sammelte
einige Tiere für ein genetisches Experiment. Dr. Endler gab einige Tiere an Dr. Donn Eric Rosen, Kurator für Fischkunde am amerikanischen Museum für Naturkunde, weiter.
Dieser wiederum gab einem Freund, Dr. Klaus Kallman vom New Yorker Aquarium, einige Fische. Dr. Rosen verstarb leider bevor er den Fisch beschreiben konnte. Dr. Kallman, führte sie dann in Deutschland ein. Er gab dem Fisch den Namen "Endler's Guppy". Die ersten Liebhaber dieser Fische fanden sich in Deutschland, um sich von hier aus wieder in alle Welt zu verbreiten. Parallel dazu gab es wohl eine Linie, die von Rosen an Caryl Haskins übergeben wurde, um von Charley Grimes und Bob McKeand ohne Einkreuzung von P. reticulata weitervermehrt zu werden.

Die Nachkommen der ursprünglich von Endler gesammelten Exemplare haben heute ein recht uniformes Erscheinungsbild.

Amando Pou sammelte 1997/98 in der Laguna 7 oder 8 verschiedene Typen (von vorhandenen 15-20). Die vier Seen, die zur Laguna de los Patos gehören, sind mittlerweile stark verschmutzt. Im Winter 2003 besuchte Dr. Slaboch die Laguna und fing 15 Exemplare. Staeck fand die Wildform 2004 nur im Unterlauf eines kanalisierten Baches im Südwesten von Cumana. Die letzten Fänge von Pou waren im März 2004 und Juni 2005. Neben der Laguna de Patos wurden auch Endlers in der Laguna de Malaguena gefangen. Adrian Hernandez (HD) hat sich bei der Erhaltungszucht unterschiedlicher natürlicher Farbschäge und Weitergabe der von Amando Pou gesammelten Tiere besonders verdient gemacht.

Seit 2006 besteht ein Art- und Bestandserhaltungsprogramm unter Leitung der Endler's Livebearer Association of America (ELBAA). Mindestens 1000 Tiere aus dem Freiland sollen in großen Behältern vermehrt werden, um den natürlichen Genpool zu erhalten.

Beschreibung der Art:
Die überwiegenden Farben sind grün und orange. Ein ovaler schwarzer Fleck an den Flanken und orangene Pseudoschwerter (die Schwanzflosse ist rund) sind meistens vorhanden. Männchen wie Weibchen sind kleiner als die "normalen" Guppys. 2-3cm erreichen die Männchen, ca. 4cm die Weibchen. Die Augen sind sehr groß im Verhältnis zum Körper. Die typischen Endlerfarben werden sehr dominant auf die Nachkommen vererbt.


Einige meiner Endlermännchen zeigt dieser Bilderstreifen.

Echter Endler oder nicht?
Im Handel findet man den gemeinhin als "Endler" bezeichneten Fisch mit der typischen Balkenzeichnung leider recht selten, wohl aufgrund seiner geringen Größe. Sehr zu unrecht finde ich, sind diese kleinen Fische bei näherer Betrachtung doch sehr attraktiv in ihrer Farbgebung und interessant in ihrem Verhalten.
Aufgrund der Tatsache, daß diese Form schon seit den 70er Jahren in den Aquarien existiert kann man davon ausgehen, einen gewissermaßen "domestizierten Fisch" vor sich zu haben und keine Wildform. Bei Fischen aus dem Handel kann man darüberhinaus nie sicher sein, daß es reinrassige Endlers sind. Im Netz sieht man oft als Endler bezeichnete Hybriden.



Mein Stamm ...

stammt ursprünglich aus einer Rostocker Zoohandlung.

Um den Genpool zu erweitern, kreuzte ich im Laufe der Zeit zwei blutfremde Stämme ein.

Ich nehme durch Selektion auf meine Population Einfluss.
Meine Zuchtmännchen zeichnen sich durch knallige Farben und besonders viel Orange an Bauch und Rückenflosse aus.

Ich hänge sehr an diesen kleinen Tierchen, da ich durch sie nach langen Jahren der Abstinenz wieder zurück zur Aquaristik und speziell zu Lebendgebärenden kam. Sie werden mich auch weiterhin begleiten.



Guppy- Endler- Hybriden ...

Bei der Kreuzung mit Guppys entstehen teilweise attraktive Hybriden, beliebt sind dort Doppelschwerter, Einkreuzung von x-gebundenem Filigran ("Tiger", "Galaxy") - das sind meine persönlichen Favouriten - und in letzter Zeit sieht man auch hin und wieder Fächerschwänze. Ein Guppyzüchter in Deutschland befaßt sich sogar mit einem Endlerhybridstamm Nadelschwanz.

Anders verhält es sich mit den erst in neuerer Zeit frisch eingeführten Endlers. Diese haben noch keine jahrzehntelange Haltung im Aquarium hinter sich und sind daher m.E. als Wildform zu betrachten. Siehe auch Original Endler Stämme.

Haltung und Pflege:
Die Haltung der Endlers ist recht einfach. Die Ansprüche ähneln denen des Guppys, aufgrund der geringeren Größe können sie in etwas kleineren Becken gehalten werden. Stärkere Strömung macht ihnen nichts aus. Zum Schlafen steigen sie an die Wasseroberfläche. Sie vertragen auch niedrigere Temperaturen (um 23C) ohne Probleme, optimal sind aber höhere Temperaturen (24-27C) als Guppys. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 2 Jahren bei guter Pflege. Bepflanzte Becken geben den Weibchen und Jungfischen eine Rückzugs-
möglichkeit. Die Tiere sind sehr sozial und sollten in kleinen Gruppen gehalten werden. Achtung: Endlers sind extrem gute Springer! Das Becken sollte immer gut abgedeckt sein.

Zucht:
Die Zucht von Endlers ist kein Problem, alle 25-30 Tage werfen die Weibchen durchschnittlich um die 20 verhältnismäßig große Jungfische, die mit 3 Monaten schon ausgewachsen sind. Sie sind absolut nicht kannibal. Da sie sich unter Umständen kreuzen und sehr eng verwandt sind, sollten Endlers und Guppys nicht gemeinsam gehalten werden.

 
Endler unterscheiden sich im Balzverhalten sehr von normalen Guppys,
diese Fotos zeigt die für Endler typische Balzhaltung



Futter:
Die Fütterung sollte ähnlich variiert wie bei den Guppys erfolgen, die aufgrund ihrer kleineren Größe maulgerecht sein sollte. Eine Variation von Flockenfutter, Dekaps und Spirulina bilden eine gute Grundlage. Kleineres Frost- oder Lebendfutter, frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien oder Grindalwürmer werden sehr gerne genommen. Die Fütterung von Artemias und Cyclop-eeze intensiviert die orange Farbe der Tiere.


Quellenangabe:
  • http://www.aquaworldaquarium.com/Endler's_Livebearer.html
  • http://www.thekrib.com/Fish/p-endlers.html
  • http://www.diewasserwelt.de/cumana.htm
  • http://swampriveraquatics.com/index.html
  • Dr. Dieter Gentsch: Die schwierige Abgrenzung von Poecilia reticulata, Endlers Guppy und Poecilia wingei, DGLZ-Rundschau
        1/2007



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